Geschichte des Judo
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- Veröffentlicht am Samstag, 18. September 2010 16:47
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Wie in jedem Land der Welt, so ist auch in Japan der Kampf mit bloßen Händen aus einem Bedürfnis der Menschen entstanden. In Japan hat die Kampftechnik „Mann gegen Mann”, insbesondere bei den Kriegern auf den Schlachtfeldern, den Namen Ju-Jitsu erhalten. Wegen der besonderen gesellschaftlichen Ordnung im feudalen Japan wurde das Ju-Jitsu von der Kriegerkaste den Samurai erlernt, praktiziert und vertieft und war aus diesem Grund von moralischen Lehren dem Ehrenkodex der Samurai, dem BUSHI-DO, durchdrungen.
Technik und Heranbildung des Charakters waren in den ältesten Schulen der Kampfkünste gleichbedeutend. Bis zu einem bestimmten Zeitabschnitt der Feudalperiode wurde Japan von zahlreichen Kriegen, hervorgerufen durch Unstimmigkeiten zwischen den verschiedenen Vasallen des Kaisers, heimgesucht. Damals war „Ju-Jitsu“ ein allgemeiner Begriff für den Kampf mit bloßen Händen. Mit der Machtergreifung der Shogun, einer Dynastie der ersten Minister, die die Position des Kaisers als „Gott auf Erden“ abschaffte und das Regieren der Nation in den Vordergrund stellte, beruhigte sich die innere Lage mit der Konsequenz, dass die Kaste der Samurai wenig Gelegenheit hatte, ihre Kampfkünste im Krieg anzuwenden. Daraus folgte, dass das Studium und die Ausübung dieser „Künste” sich von den Schlachtfeldern in die „Schulen“, die für die Ausbildung der Krieger entstanden waren, verlegte. Diese „Schulen der Kampfkünste” differenzierten sich im Laufe der Zeit entsprechend den dort gelehrten „Besonderheiten” (Ken-jitsu, Bo-Jitsu, Kyu-Jitsu, Ba-Jitsu, Ju-Jitsu etc.) und den Prinzipien, die dort in den Vordergrund gestellt wurden. Aufgrund dieser Unterschiede entstanden verschiedene „Schulen“ die durch die Vertiefung besonderer Techniken gekennzeichnet waren. Auch für das Ju-Jitsu entstanden diverse „Schulen“ mit verschiedenen Namen, die jedoch immer die Vorbereitung auf den Kampf „Mann gegen Mann“ zum Ziel hatten. Bekannte Schulen waren: Takenouchi-Ryu, Kito-Ryu, Tenjinshinyo-Ryo, etc.
Dieser Zustand währte bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts. Technik und Geist trugen zur Entstehung kriegerischer Disziplinen mit nahezu perfekter Wirksamkeit bei.Die Entwicklung der politischen und sozialen Situation in Japan zur Zeit der Shogun Tokugawa war von großer Bedeutung für die Vorbereitung ideologischer Umwälzungen, der die Grenzöffnung und damit der freie Kontakt zu westlichen Kulturen folgten. Diese Umwälzungen führten, als erste logische Reaktion, zum Niedergang jener tausendjährigen Prinzipien, die das japanische Volk bestimmt hatten. Die Erfindung der Feuerwaffen war dann für die Schulen der Kampfkünste ausschlaggebend und entzog ihnen die Grundlage für ihr Bestehen.
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